Schonende Hautkrebsbehandlung im Gesicht
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Hautkrebs im Gesicht verstehen

Eine Diagnose von Hautkrebs im Gesicht verunsichert natürlich zunächst einmal. Neben der Sorge um die Gesundheit stellt sich oft schnell eine weitere Frage: Was bedeutet die Behandlung für mein Gesicht, mein Aussehen und meinen Alltag?

Die erfreuliche Nachricht ist:
Viele Formen von Hautkrebs lassen sich heute sehr zuverlässig behandeln, wenn sie vollständig entfernt werden. Gleichzeitig gibt es schonende chirurgische Verfahren, die helfen können, größere Narben und aufwendige plastische Eingriffe zu vermeiden, besonders im sensiblen Gesichts- und Kopfbereich. Darüber möchten wir Sie auf den nächsten Seiten informieren.

Hier geht es direkt zur Seite Ablauf der Wundkontraktion Wie die Behandlung Schritt für Schritt verläuft

Sind Sie von Hautkrebs im Gesicht betroffen?

Im Folgenden erhalten Sie erste Informationen zum Thema:

Hautkrebs einordnen:
Was mit „Hautkrebs“ gemeint ist

Nicht jede Hautveränderung ist gefährlich, und nicht jede Form von Hautkrebs verläuft gleich. Entscheidend ist immer eine ärztliche Abklärung. Der Begriff Hautkrebs umfasst verschiedene bösartige Erkrankungen der Haut, die sich in ihrem Verhalten, ihrer Ausdehnung und ihrer Behandlung unterscheiden.

1. Basalzellkarzinom (Basaliom)

Der „weiße Hautkrebs“ (synonym Basaliom oder Basalzellkarzinom), mit ca. 80 % häufigste Hautkrebs im Kopf-Hals-Bereich, streut zwar in der Regel nicht in andere Regionen des Körpers, ist aber an Ort und Stelle durchaus von seinem Verhalten „bösartig“, indem er umgebendes gesundes Gewebe infiltriert und zerstört. Die Eigenschaft, Tumorausläufer in das Nachbargewebe auszustrecken, ist charakteristisch für den weißen Hautkrebs und erfordert eine größere Entfernung als der mit bloßem Auge erkennbare Haut-Befund. Basalzellkarzinome bilden nur sehr selten Metastasen, können jedoch am Entstehungsort in das umliegende gesunde Gewebe einwachsen und dieses zerstören.

2. Schwarzer Hautkrebs (Melanom)

Der „schwarze Hautkrebs“ (synonym Melanom) im Anfangsstadium (Lentigo maligna), wenn noch von keiner Absiedelung von Tochtergeschwülsten im Körper (Metastasierung) auszugehen ist, wird von uns ebenfalls in Zusammenarbeit mit Hautärzten behandelt.

3. Plattenepithelkarzinom

Plattenepithelkarzinome der Haut im Gesichts-, Kopf- oder Halsbereich sind typisch für das höhere Lebensalter > 70 Jahre. Diese Krebsart weist ebenfalls die Fähigkeit zur Absiedelung von Tochtergeschwülsten auf, die sich aber zunächst in den Lymphknoten der Lymphabflussbahnen sammeln. Dies ist allerdings bei einer Tumorgröße < 2 cm äußerst selten.

Bei ausgedehnteren Plattenepithelkarzinomen kann deshalb vor der Operation eine weiterführende Diagnostik der eventuell befallen Lymphknoten bzw. Organen erforderlich sein, das sogenannte Staging. Diese kann von uns in Zusammenarbeit mit radiologischen, labormedizinischen und weiteren Facharztpraxen veranlasst werden.

Warum die vollständige Entfernung wichtig ist

Hautkrebs entsteht, wenn sich Zellen der Haut unkontrolliert vermehren und in benachbarte Haut oder sogar Organe einwachsen. Diese Schäden können vom Organismus nicht mehr selbstständig repariert werden. Um eine möglichst sichere Heilung zu erreichen, ist es deshalb wichtig, den Tumor vollständig zu entfernen. Dadurch soll auch das Risiko verringert werden, dass der Hautkrebs an derselben Stelle erneut auftritt – ein sogenanntes Rezidiv.

Welche Behandlungsverfahren bei Hautkrebs angewandt werden

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Behandlungsansätze: nämlich nicht-chirurgische und chirurgische Therapieverfahren:

Nicht-chirurgische Verfahren

Je nach Art und Ausdehnung des Hautkrebses kommen auch nichtoperative Behandlungen infrage, beispielsweise topische Salben und Cremes, Laser- und photodynamische Therapie, Bestrahlung oder andere medikamentöse Verfahren mit Tabletten oder Chemotherapie. Da diese Behandlungen in unserer Praxis nicht angeboten werden, sollen sie hier nicht näher erläutert werden.

Chirurgische Verfahren

Wir bevorzugen eine Operation, bei der das betroffene Gewebe vollständig entfernt wird (Exzision). Dabei wird das entnommene Gewebe während und/oder nach dem Eingriff unter dem Mikroskop durch Fachärzte für Pathologie untersucht (Histologie, Abbildung 1). Durch die histologische Untersuchung lässt sich feststellen, ob der Krebs vollständig entfernt wurde.

Abbildung 1.: Was wie ein interessantes Muster oder ein modernes Gemälde aussieht, ist in Wirklichkeit eine mikroskopische (histologische) Aufnahme von weißem Hautkrebs. Im linken und mittleren Teil des Bildes sind die Krebszellen zu sehen. Erkennbar sind sie an den vielen blau gefärbten Zellkernen.

Quelle: Institut für Pathologie am Marienhospital Stuttgart

Es wird nicht nur das sichtbar veränderte Gewebe entfernt, sondern zusätzlich auch ein Rand aus „scheinbar gesunder“ Haut rund um den Tumor. Dieser sogenannte Sicherheitsrand sorgt dafür, dass auch kleinste Krebsreste entfernt werden, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Deshalb spricht man auch von einem notwendigen Sicherheitsabstand. Die mikroskopische/histologische Begutachtung durch Pathologen ist essentiell für den Behandlungserfolg.

Insbesondere bei den häufigen Formen des weißen Hautkrebses wird empfohlen, rund um den Tumor einen Sicherheitsabstand von ca. 3 mm wenn möglich einzuhalten. Entscheidend ist letztlich die histologische Kontrolle, mit der überprüft wird, ob der Tumor vollständig entfernt wurde.

Dieses Vorgehen kann sich beim schwarzen Hautkrebs und beim Plattenepithelkarzinom unterscheiden. Es wird immer an die jeweilige medizinische Situation angepasst und trägt so wesentlich zu den oft sehr guten Heilungschancen bei vielen Formen von Hautkrebs bei.

In diesem Zusammenhang spricht man von „onkologischer Radikalität“. Das bedeutet, dass so lange Gewebe entfernt wird, bis der Tumor vollständig beseitigt ist. Beim sehr häufigen weißen Hautkrebs (auch Basaliom oder Basalzellkarzinom genannt) liegen die Heilungschancen bei einer korrekt durchgeführten Operation bei bis zu 95 %. Ähnlich gut sind die Aussichten bei einer frühen Form des schwarzen Hautkrebses (Lentigo maligna) sowie beim Plattenepithelkarzinom, wenn es kleiner als 2 cm ist.

Heilungschancen – realistisch eingeordnet

Viele Formen von Hautkrebs lassen sich heute sehr gut behandeln, vor allem wenn sie früh erkannt und vollständig entfernt werden. Deshalb ist die Vorsorge, auch Hautscreening genannt, so wichtig für den Behandlungserfolg.

Besteht der Verdacht auf Hautkrebs, sollte eine gründliche Untersuchung durch darauf spezialisierte Ärztinnen und Ärzte erfolgen. Bei einem konkreten Verdacht wird in der Regel eine Gewebeprobe entnommen und anschließend unter dem Mikroskop (vgl. oben) untersucht.

Wie hoch die individuelle Heilungschance ist, hängt unter anderem von der Art des Hautkrebses, seiner Größe und Lage und dem Zeitpunkt der Diagnose ab.

Warum Hautkrebs im Gesicht besondere Anforderungen stellt

Befindet sich der Hautkrebs im Gesicht, so z. B. an der Nase, an den Augenlidern oder an der Kopfhaut, stellen sich zusätzliche Anforderungen an die Behandlung. Diese Bereiche sind gut sichtbar und funktionell sensibel.

Eine Behandlung muss deshalb zwei Ziele miteinander verbinden: die medizinisch sichere Entfernung des Tumors und einen möglichst schonenden Umgang mit gesundem Gewebe, Funktion und Erscheinungsbild.

Entsprechend wichtig sind Art des Wundverschlusses und der weitere Heilungsverlauf.

Quellen:

Frerich, B., Prall, F. (2018): Basalzellkarzinome der Gesichts- und Kopfhaut. Update der Therapieverfahren. Der MKG-Chirurg 11: 49-63

Lang, B. M., Balermpas, P., Bauer, A. et al. (2024): S2k-Leitlinie Basalzellkarzinom der Haut (Aktualisierung 2023). Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 22(12), 1697–1716.

Wie es weitergeht

Auf der nächsten Seite finden Sie Informationen zur schonenden Alternative zu einer klassischen Operation: Wundkontraktion bei Hautkrebs im Gesicht

Medizinische Fachinformationen: Dr. med. Dr. med. dent. Andreas Born